Schön im Zwielicht
Schön im Zwielicht
Mit bislang vier musikalischen Solo-Abenden („Nachtgesänge“, „Dem Morgenrot entgegen“, „Songs & Chansons“ und „The Kraut“) hat die Schauspielerin und Sängerin Susanne Bard in Magdeburg und weit darüber hinaus seit Mitte der 90er Jahre für Furore gesorgt. Insbesondere „The Kraut“, die von KULT e.V. im Jahr 2004 produzierte Uraufführung des Marlene-Dietrich-Stückes von Dirk Heidicke geriet, nicht nur an ihrem Herkunftsort, sondern auch überregional zu einem Triumph: das Stück war bisher in über 50 Vorstellungen an zahlreichen Theatern Deutschlands sowie in der Schweiz und in Bulgarien zu sehen und brachte es allein in Magdeburg auf bislang 21 Aufführungen.
Wir sind froh und stolz, dass wir Susanne Bard davon überzeugen konnten, auch ihren fünften Solo-Abend in Magdeburg zu produzieren, und dass es uns gelungen ist, abermals eine Zusammenarbeit mit dem einstigen Regisseur und Ausstattungsleiter der Freien Kammerspiele, Klaus Noack, der damit bereits ihren vierten musikalischen Abend inszeniert, sowie mit dem Magdeburger Autor Dirk Heidicke zu organisieren. Als musikalischen Leiter und Pianisten konnten wir Sebastian Undisz gewinnen, der bislang zwei der Solo-Abende Susanne Bards musikalisch betreute.
Das neue Programm unter dem Titel "Schön im Zwielicht" knüpft an diese erfolgreichen Traditionen an und zeichnet sich zugleich durch eine Besonderheit aus: diesmal nämlich wird jedes der in ihm enthaltenen Lieder eine Uraufführung sein, denn es wird ausschließlich aus Songtexten bestehen, die Dirk Heidicke eigens für dieses Programm und für Susanne Bard verfasst hat. Darüber hinaus wird die Künstlerin einmal mehr die betörend zahlreichen Facetten ihrer gesanglichen und darstellerischen Ausdrucksmöglichkeiten unter Beweis stellen und wie gewohnt neben Begeisterung auch für Ergriffenheit, Nachdenklichkeit und Erheiterung sorgen.
Inhaltlich wird der Abend eine konsequent weibliche Weltsicht beschreiben, die sich in der uralten Frage, ob das Dasein linear oder zyklisch ist, mit Vehemenz und Überzeugung auf die Seite des femininen Prinzips vom ewigen Werden und Vergehen schlagen – und darüber hinaus große Lust machen wird, im Sinne der ewigen Erneuerung des Lebens selber aktiv zu werden. Die Wesensmerkmale der patriarchalischen Gesellschaft, in der wir noch immer leben, sollen hinterfragt, offen gelegt und belächelt werden; ihnen werden andere Lebens- und Denkmodelle jenseits des so eitlen wie verzweifelten männlichen Strebens nach Macht und Transzendenz souverän gegenüber gestellt. Es werden freilich auch die weiblichen Schwächen benannt und vorgeführt – allen voran die Liebe, die ohne den ewigen Kampf der Geschlechter ja fraglos auch nicht so spannend und so erregend und so lebensspendend wäre, wie sie es ist.